„Vertraulichkeit ist unser oberstes Gebot“

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1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Kreis Rendsburg-Eckernförde, Hans-Joachim Fricke
Hans-Joachim Fricke

Fragen an den 1. Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Kreis Rendsburg-Eckernförde, Hans-Joachim Fricke:

An wen richtet sich das Angebot Ihrer Selbsthilfegruppe – in erster Linie an Betroffene oder auch an deren Angehörige?

Unsere Gruppe richtet sich an alle Männer als unmittelbar Betroffene, die glauben, mit der Prostata sei etwas nicht in Ordnung, oder die bereits eine entsprechende Diagnose erhalten haben. Da aber Angehörige als „Co-Betroffene“ mittelbar betroffen sein können, gehören sie genauso zu unseren Treffen!

Welchen Mehrwert haben die Patienten von den Treffen in der Selbsthilfegruppe?

Wir möchten möglichst vor einer Therapie, besonders vor einem operativen Eingriff, auf die Vor- aber auch auf Nachteile und eventuellen Komplikationen hinweisen, die nicht unerheblich sein können. Hierbei geht es uns darum, durch unsere vielfältigen persönlichen Erfahrungen auffangend, beratend und begleitend Hilfestellungen zu geben – egal, ob es sich um gutartige oder bösartige Tumoren handelt.

Da es immer um eine sehr persönliche Betroffenheit geht, ist uns sehr wichtig, dass wir offen und persönlich miteinander sprechen. Vertraulichkeit ist unser oberstes Gebot. Ferner berichten Betroffene, dass behandelnde Ärzte und Therapeuten, sich nicht immer die Zeit nehmen (können), wie sie es sich wünschten. Wir nehmen uns diese Zeit.

„Wir möchten möglichst vor einer Therapie, besonders vor einem operativen Eingriff, auf die Vor- aber auch auf Nachteile und eventuellen Komplikationen hinweisen, die nicht unerheblich sein können.“

Wie laufen Ihre Treffen ab?

Unsere Treffen sind zwanglos, wir erheben keine Beiträge. Betroffene und Angehörige können einfach vorbeikommen und teilnehmen. Dann gewinnen sie einen ersten Eindruck – und können sich überlegen, ob unsere Gruppe für sie eine Bereicherung sein kann.

Zu Beginn des Treffens werden neue Teilnehmer begrüßt und sie erhalten die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen. Jede/r Betroffene hat die Möglichkeit, persönliche Anliegen vorzutragen. Jede gestellte Frage wird beantwortet. Darüber hinaus beteiligen sich die Anwesenden mit den persönlichen Erfahrungen an den Folgegesprächen.

„Jede gestellte Frage wird beantwortet“, versichert Hans-Joachim Fricke.

Welche Themen liegen den Betroffenen besonders am Herzen?

Pauschal kann man das nicht sagen. Anfangs, nach einer Erstdiagnose „Krebs“ sind es häufig existenzielle Fragen, aber auch: Was kann ich jetzt tun? Habe ich noch eine Chance? Wie sieht es mit der Sexualität? Auch soziale Fragen spielen eine Rolle, etwa ob noch eine Teilhabe am öffentlichen Leben möglich ist. Außerdem ist die weitere Unterstützung, etwa bei Krankenkassen, bzgl. Schwerbehinderung etc. ein wichtiges Thema.

Welche Angebote bieten Sie über die Gruppengespräche hinaus an?

Wir bieten Informationen zu Fachthemen an, organisieren Seminare, Begleitung zu Arztgesprächen/Vorstellungen, Besuche im Krankenhaus, Bildungsfahrten und verabreden uns zu geselligen Treffen.

Treffen:

Offene Treffen jeden ersten Montag im Monat im Seminarraum der Psychiatrie der imland Klinik Rendsburg, Lilienstraße 20-28, 24768 Rendsburg


Kontakt:

Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Kreis Rendsburg-Eckernförde
Hans-Joachim Fricke
Tel. 04355 989805
E-Mail: hj.pflg.qmb@t-online.de

Rolf-Dieter Müller
Tel. 04621 937945
E-Mail: rolf-dieter.mueller@imland.de